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Deutschland

Funktioniert Leistera auch für deutsche Architektur- und Ingenieurbüros?

Leistera ist heute für Schweizer SIA-, ASTRA- und VSS-Normen gebaut und verkauft. So würde dieselbe Methode auf HOAI, DIN-Normen und Landesbauordnungen in Deutschland übertragen.

Terence LaAI Lead am Flughafen Zürich · Gründer Leistera
·5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: nein, noch nicht als fertiges Produkt. Leistera ist heute ausschliesslich für Schweizer Ingenieur- und Architekturbüros gebaut, verkauft und mit Schweizer Normen (SIA, ASTRA, VSS, kantonale Normalien) befüllt. Die zugrunde liegende Methode, Normenhierarchie auflösen, gültige Fassung erkennen, jede Zahl mit Dokument, Ausgabe und Seite belegen, Entwurf direkt in die Bürovorlage schreiben, ist bewusst nicht Schweiz-spezifisch programmiert. Sie überträgt sich strukturell auf jedes Land mit einer mehrstufigen Normenhierarchie und einer verbindlichen Leistungsphasenordnung. Deutschland ist der naheliegendste Fall.

Warum sich das Schweizer Problem in Deutschland fast 1:1 wiederholt

Wo die Schweiz SIA 102/103/108 und die Bund-Kanton-Gemeinde-Hierarchie kennt, hat Deutschland die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) mit neun Leistungsphasen, das DIN-Normenwerk und 16 Landesbauordnungen statt 26 Kantonen. Ein Ingenieurbüro in München prüft vor der Baueingabe dieselbe Art von Frage wie ein Büro in Zürich: Welche Fassung einer DIN-Norm oder der Landesbauordnung zum Stichtag gilt, und wo im Pflichtenheft die ausschlaggebende Anforderung steht.

StrukturebeneSchweiz (Leistera heute)Deutschland (HOAI-Äquivalent)
Honorar- & LeistungsphasenSIA 102 / 103 / 108 (Phasen 31–53)HOAI Leistungsphasen 1–9 (§ 34 / § 43 HOAI)
Technische FachnormenSIA, VSS, ASTRA-Richtlinien (z.B. 11001)DIN-Normen, VDI-Richtlinien, Eurocodes (EC 1–9)
Örtliches Baurecht26 kantonale Baugesetze & PBG Normalien16 Landesbauordnungen (LBO) & BauNVO
Baukosten-GliederungBKP (Baukostenplan) / eBKP-HDIN 276 (Kostengruppen 100–700)
VergaberechtBöB / IVöB & SIMAPVgV / VOB/A & Bundessubmission
Übertragbarkeit der Kerntechnologie

Die deterministische Zitationsprüfung («Dokument, Ausgabe, Seite»), das Zero-Migration-Prinzip auf SharePoint und der native Word-Export (.docx) sind länderneutral programmiert. Sie funktionieren nach Befüllung des HOAI/DIN-Korpus mit derselben Präzision.

Was übertragbar ist, und was heute konkret fehlt

Die Retrieval-Architektur («welche Fassung gilt», Zitationsprüfung mit Seitenzahl, Word-Export, SharePoint-Anbindung ohne Migration) ist strukturell länderneutral. Was fehlt, ist die inhaltliche Befüllung: Der HOAI/DIN/Landesbauordnung-Korpus ist nicht indexiert, die deutsche Bund-Land-Gemeinde-Logik ist nicht kalibriert, und es gibt noch keinen deutschen Referenzkunden, an dem die Genauigkeit gemessen wurde.

  • HOAI-Leistungsphasen 1–9 statt SIA-Phasen 31–53 (andere Nummerierung, ähnliche Funktionslogik).
  • DIN-Normen und Eurocodes statt SIA/VSS als technische Referenzebene.
  • 16 Landesbauordnungen statt 26 kantonale Baugesetze als lokale Rechtsebene.
  • DIN 276 Kostengliederung statt Schweizer BKP/eBKP als Kostenstruktur.

Der ehrliche Stand

Leistera wird heute nicht an deutsche Büros verkauft und enthält keinen deutschen Normenkorpus. Büros in Deutschland mit Interesse an einer Pilotpartnerschaft können sich direkt melden: Die Architektur ist bereit für eine zweite Rechtsordnung, die inhaltliche Befüllung beginnt mit einem konkreten Pilotbüro und dessen Pflichtenheften.

Demo an einem Pflichtenheft Ihres Büros

Dreissig Minuten an einem PDF, das wirklich rausgeht. Dokument, Ausgabe, Seite. Dann der Entwurf.